Der Ecovacs GOAT A1600 LiDAR Pro in Kürze
Ecovacs ist in Deutschland vor allem für Saugroboter bekannt. Mit der GOAT-Reihe überträgt der Hersteller sein Know-how in der Laser-Navigation auf den Rasen. Der GOAT A1600 LiDAR Pro ist ein Mähroboter ohne Begrenzungskabel, der sich nicht auf Satellitensignale verlässt, sondern seine Umgebung mit zwei LiDAR-Sensoren und einer KI-Kamera vermisst. Dazu kommt ein Detail, das bei Mährobotern selten ist: ein integrierter Kantentrimmer. Bei Amazon kostet das Modell derzeit preis ansehen.
Die Amazon-Kundschaft vergibt 4,1 von 5 Sternen bei 113 Bewertungen (Stand: 08.11.2026). Wir haben die Angaben der deutschen Ecovacs-Produktseite und der Produktbeschreibung bei Amazon ausgewertet. Selbst gemäht haben wir mit dem Gerät nicht.
Technische Daten laut Hersteller
| Merkmal | Ecovacs GOAT A1600 LiDAR Pro |
|---|
| Empfohlene Fläche | 1.600 m² (laut Amazon-Beschreibung) |
| Navigation | HoloScope 360: rotierendes 360°-LiDAR + 3D-ToF-LiDAR + KI-Kamera |
| Genauigkeit | 2 cm (Herstellerangabe) |
| RTK-Station | nicht erforderlich |
| Hinderniserkennung | AIVI 3D, über 200 Hindernisarten, Ausweichen ab 5 cm Abstand |
| Hindernisüberwindung | bis 4 cm |
| Steigung | 50 % (27°) |
| Mähsystem | 32-V-Plattform, zwei Klingenscheiben, bis 400 W |
| Schnittbreite | 33 cm |
| Schnitthöhe | 3–9 cm, in 1-cm-Schritten per App |
| Mähleistung | bis 400 m²/h (Laborwert) |
| Akku | Li-Ion, 3,0 Ah |
| Ladezeit | 50 min (113,4 W Schnellladen) |
| Schutzklasse | Mäher IPX6, Ladestation IPX4 |
| Kantenschnitt | TruEdge-Trimmer, bis nahezu 0 mm an den Rand |
Zur Fläche eine Anmerkung: Die deutsche Produktseite von Ecovacs nennt keine maximale Rasenfläche. Die 1.600 m² stammen aus dem Modellnamen und der Amazon-Beschreibung. Auch Lautstärke, Mobilfunk und Diebstahlschutz führt die Produktseite nicht auf; diese Punkte können wir deshalb nicht bewerten.
Navigation: LiDAR statt Satellit
Die meisten kabellosen Mähroboter orientieren sich per RTK: Ein Satellitenempfänger wird über eine Antenne im Garten oder über ein Mobilfunknetz korrigiert. Das funktioniert hervorragend auf offenen Flächen, kommt aber unter dichten Baumkronen, an hohen Hauswänden und unter Vordächern an seine Grenzen. Der GOAT A1600 LiDAR Pro umgeht das Problem: Er tastet seine Umgebung mit Laserstrahlen ab und erstellt daraus eine dreidimensionale Karte. Ecovacs nennt das System HoloScope 360 und kombiniert ein rotierendes 360°-LiDAR mit einem 3D-ToF-LiDAR und einer KI-Kamera.
Laut Amazon-Beschreibung bleibt die Navigation dabei auch bei Nacht, unter Schatten oder Dächern stabil, mit einer angegebenen Genauigkeit von 2 cm. Für Gärten mit altem Baumbestand ist das ein echtes Argument. Der Nachteil: LiDAR braucht feste Bezugspunkte wie Hauswände, Zäune, Hecken oder Bäume. Auf einer völlig offenen Wiese ohne Strukturen hat Satellitennavigation einen Vorteil. Wie sich das in Ihrem Garten auswirkt, lässt sich vorab nur abschätzen; der Ecovacs-Text verspricht, dass alle Arten von Begrenzungen erkannt und gespeichert werden.
Die Einrichtung soll laut Amazon-Beschreibung in etwa 15 Minuten erledigt sein. Nach dem Start kartiert der Mäher die Fläche selbständig; anschließend lassen sich im Karteneditor der App Bereiche hinzufügen, zusammenführen, teilen oder löschen und für einzelne Zonen eigene Mähhäufigkeiten festlegen.
TruEdge: der eingebaute Kantentrimmer
Das ungewöhnlichste Merkmal ist der TruEdge-Trimmer. Fast jeder Mähroboter lässt an der Rasenkante einen Streifen stehen, weil die Messerscheibe im Gehäuse sitzt. Ecovacs ergänzt deshalb einen seitlichen Trimmer mit schnell rotierenden flexiblen Bändern, der laut Hersteller bis auf nahezu 0 mm an den Rand schneidet. Wer bisher nach jedem zweiten Mähgang mit dem Rasentrimmer an Beeten und Mauern entlanggegangen ist, spart sich diese Arbeit im besten Fall weitgehend.
Bedenken Sie: Ein Fadentrimmer ist ein Verschleißteil. Ecovacs verkauft im eigenen Shop Ersatz-Trimmerfaden und Trimmerbürsten für die GOAT-Pro-Reihe. Diese Folgekosten sind gering, gehören aber zur ehrlichen Rechnung.
Mähwerk und Flächenleistung
Das Mähwerk basiert auf einer 32-V-Plattform mit zwei Klingenscheiben und laut Hersteller bis zu 400 W Mähkraft. Die Schnittbreite beträgt 33 cm. Daraus ergibt sich die hohe Mähleistung von bis zu 400 m² pro Stunde, die Ecovacs ausdrücklich als Laborwert kennzeichnet; Grasart, Gelände und Rasenform verändern das Ergebnis.
Die Schnitthöhe von 3 bis 9 cm wird per Wischgeste in der App eingestellt. Der große Bereich nach oben ist im Sommer nützlich: Ein höher geschnittener Rasen trocknet bei Hitze weniger aus.
Steigung und Gelände
Ecovacs nennt eine Steigfähigkeit von 50 % (27°) und eine Hindernisüberwindung von 4 cm. Das reicht für die meisten Hausgärten mit Gefälle. Für echte Hanglagen mit 60, 70 oder 80 % sind Allradmodelle wie der Mammotion LUBA mini 2 AWD 1000 besser geeignet. Einen Allradantrieb hat der GOAT A1600 LiDAR Pro nicht.
Hinderniserkennung und Igelschutz
Die Hinderniserkennung nennt Ecovacs AIVI 3D: KI-Kamera und 3D-ToF-LiDAR sollen über 200 Arten von Hindernissen erkennen, ausdrücklich auch Igel, und mit nur 5 cm Abstand umfahren. Das ist ein Fortschritt gegenüber Geräten, die erst bei Berührung reagieren. Trotzdem gilt: Igel sind dämmerungs- und nachtaktiv und rollen sich bei Gefahr ein, statt zu fliehen. Die Stadt Schwerin begründet ihr Nachtfahrverbot für Mähroboter genau damit und verweist auf eine Studie des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung, nach der fast die Hälfte der Igel mit Schnittverletzungen durch Gartengeräte nicht überlebte. Planen Sie die Mähzeiten deshalb tagsüber, auch wenn die Navigation im Dunkeln funktionieren würde.
Akku und Laden
Der Akku hat laut Ecovacs 3,0 Ah. Das ist für einen Mäher dieser Flächenklasse nicht viel, wird aber durch das Schnellladen in 50 Minuten mit 113,4 W ausgeglichen. Der Mäher kehrt also häufiger zur Station zurück, ist aber schnell wieder einsatzbereit. Eine Mähdauer pro Ladung nennt die Produktseite nicht.
Für wen eignet sich der GOAT A1600 LiDAR Pro?
Gut geeignet für:
- Gärten mit vielen Bäumen, Vordächern oder hohen Hauswänden, in denen RTK-Signale schwächeln.
- Alle, die die Rasenkante nicht mehr von Hand nachschneiden wollen.
- Mittelgroße bis große Flächen, die zügig gemäht werden sollen.
Weniger geeignet für:
- Steile Hanglagen über 50 %.
- Sehr offene Flächen ohne Strukturen, an denen sich LiDAR orientieren kann.
- Wer vor dem Kauf genaue Angaben zu Lautstärke und Diebstahlschutz braucht; die deutsche Produktseite nennt sie nicht.
Alternativen
Wer einen LiDAR-Mäher mit zusätzlicher Netzwerk-RTK-Stütze und Allrad sucht, sollte sich den Mammotion LUBA 3 AWD 3000 ansehen, der allerdings deutlich teurer ist. Ebenfalls ohne RTK-Station, mit 3D-LiDAR und Allradantrieb arbeitet der Dreame A3 AWD 2000. Im gleichen Preisbereich, aber mit Satellitennavigation und Kamera für kleinere Gärten liegt der Husqvarna Automower Aspire R6V.
Den vollständigen Überblick über alle zehn Modelle bietet unser Mähroboter-Vergleich 2026.
Unser Fazit
Der Ecovacs GOAT A1600 LiDAR Pro setzt konsequent auf Laser-Navigation und spart sich damit die Abhängigkeit von Satelliten und Antennen. Für Gärten mit Bäumen und Gebäuden ist das ein klarer Vorteil. Der TruEdge-Trimmer löst ein Problem, das fast alle Mähroboter haben, und die hohe Flächenleistung mit Schnellladen passt zu größeren Rasenflächen. Abstriche gibt es bei der Hangtauglichkeit ohne Allrad und bei den Lücken auf der deutschen Produktseite zu Lautstärke und Diebstahlschutz. Für ebene bis mäßig geneigte Gärten mit vielen Hindernissen ist er eine der interessantesten Optionen rund um die 1.000-€-Marke.
Quellen